FAQs

Häufig gestellte Fragen zu Rohrsystemen
aus der Versorgung

Was bedeutet SDR?

SDR ist die Abkürzung für Standard Dimension Ratio und beschreibt das Verhältnis vom Außendurchmesser eines Rohrs zu dessen Wanddicke.

Was bedeutet PN?

PN ist die Abkürzung für Nominal Pressure und beschreibt den maximal zulässigen Betriebsdruck eines Rohrsystems bei 20°C unter Berücksichtigung des Gesamtbetriebskoeffizienten.

Was bedeutet Gesamtbetriebskoeffizient?

Der Gesamtbetriebskoeffizient setzt sich aus einzelnen Betriebskoeffizienten, auch Sicherheitsbeiwerten genannt, zusammen. Er berücksichtigt Betriebsbedingungen und Eigenschaften der Bestandteile eines Rohrsystems wie zum Beispiel das zu transportierende Medium, die Temperatur, die Verbindungsart und ob eine Gefährdung für Sachen oder Menschen besteht. Der Mindestbetriebskoeffizient für PE Werkstoffe hat nach DIN EN ISO 12162 einen Wert von 1,25.

Was ist der Unterschied zwischen PE 80 und PE 100?

Polyethylene werden, je nach Anwendung, nach den Kriterien Dichte, Molmasse oder Zeitstandverhalten eingeteilt. Bei thermoplastischen Rohrwerkstoffen wird das Zeitstandverhalten zur Klassifizierung herangezogen, da es bei der Auslegung eines Rohrsystems eine übergeordnete Rolle spielt. Die Einteilung erfolgt nach DIN 8074 und DIN EN ISO 12162 in Festigkeitsklassen. Bei PE 80 beträgt die Mindestfestigkeit 8,0 MPa – bei PE 100 beträgt die Mindestfestigkeit 10,0 MPa. Somit unterscheiden sich die beiden Rohrwerkstoffe PE 80 und PE 100 hauptsächlich in ihrer Mindestfestigkeit, die einen direkten Einfluss auf die maximale Belastbarkeit der Rohre hat.

Was bedeutet Zeitstandverhalten?

Um eine Aussage über die Nutzungsdauer von Rohren treffen zu können, müssen die Faktoren Medium, Zeit, Druck und Temperatur berücksichtigt werden. Grundsätzlich wird eine Nutzungsdauer von 50 Jahren bei einer Temperatur von 20°C und dem Medium Wasser vorausgesetzt, bei dem die Werkstoffe die geforderte Mindestfestigkeit aufweisen müssen. Da eine Prüfdauer von 50 Jahren natürlich viel zu lang ist, werden die Prüfkörper bei höheren Temperaturen und größeren Spannungen bis zu ihrem Versagen belastet. Die Ergebnisse werden aufgezeichnet und in ein so genanntes Zeitstand Diagramm eingetragen, aus denen man dann das Zeitstandverhalten für verschiedene Temperaturen bei unterschiedlichen Beanspruchungen ablesen kann. PE 100 Werkstoffe müssen demnach bei dem Medium Wasser, bei 20°C und einer Nutzungsdauer von 50 Jahren eine Mindestfestigkeit von 10,0 MPa aufweisen. Beträgt die Mindestfestigkeit unter gleichen Betriebsbedingungen Werte zwischen 8,0 MPa und 9,99 MPa handelt es sich um PE 80 Werkstoffe. Zusammenfassend kann folgende Aussage getroffen werden:
Das Zeitstandverhalten beschreibt das Verhalten eines Rohrs, das mit Wasser gefüllt, bei einer bestimmten Temperatur unter einem bestimmten Innendruck für eine bestimmte Zeit belastet wird.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen PN und SDR?

Je kleiner das Verhältnis von Außendurchmesser zur Wanddicke (SDR), desto dicker ist die Rohrwand und desto größer darf der maximal zulässige Betriebsdruck sein. SDR und PN stehen also antiproportional zueinander.

Für welche Anwendung setze ich welchen Rohrwerkstoff ein?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Grundsätzlich kann man sagen, dass PE 100 Werkstoffe hauptsächlich bei Druckrohren eingesetzt werden. Rohstoffe mit geringerer Mindestfestigkeit, wie zum Beispiel PE 80, kommen meist bei drucklosen Anwendungen, wie zum Beispiel Abwasserkanälen, zum Einsatz. Des Weiteren wird bei der Verlegung der Rohrleitung in konventionelle Verlegeverfahren im offenen Graben mit Sandbett und alternative Verlegeverfahren ohne Sandbett unterschieden. Für eine ausführliche Beratung stehen Ihnen unsere Ingenieure der Anwendungstechnik gerne zur Verfügung.

Was bedeutet das „RC“ beim PE 100 RC

„RC“ ist die Abkürzung für „resistance to crack“ und bedeutet, dass dieser Werkstoff einen besonders hohen Widerstand gegen langsames Risswachstum und gegen Punktlasten besitzt. PE 100 RC Rohre erfüllen neben den Anforderungen der für sie geltenden Normen (Trinkwasser, Gas) auch die höheren Anforderungen der, im Frühjahr 2009 verabschiedeten, PAS 1075. Diese PAS (Publicly Available Specification) beschreibt nicht nur die Anforderungen an die Rohre, sondern auch die Anforderungen an den Rohstoff aus dem die Rohre hergestellt werden.

Wie werden die Rohre miteinander verbunden?

Um ein dauerhaft dichtes Rohrleitungssystem zu gewährleisten empfehlen wir die PE Rohre und Formteile miteinander zu verschweißen. Dies geschieht nach den Richtlinien des DVS (Deutscher Verband für Schweißtechnik und anverwandte Verfahren e.V.). Für PE Rohre und Formteile im Speziellen gilt die DVS Richtlinie 2207 Teil 1. Sollen oder müssen Übergänge auf andere Rohrmaterialien hergestellt werden, können je nach Rohrmaterial sowohl Flansch-, Schraub- als auch Steckverbindungen zum Einsatz kommen. Für detaillierte Informationen stehen unsere Ingenieure der Anwendungstechnik gerne zur Verfügung.

Für welche Anwendungen dürfen PE Rohre eingesetzt werden?

PE Rohre werden seit vielen Jahren in der Trinkwasser- und Gasversorgung, sowie bei der kommunalen Abwasserbeseitigung als Druckrohrleitungen oder als Kanalrohre eingesetzt. Auch in industriellen Anwendungen finden PE Rohre, aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften und Vorteile gegenüber konventionellen Rohrwerkstoffen, immer mehr Zuspruch.

Sind PE Rohre UV-beständig?

In seiner Grundform ist PE naturfarben milchigweiß und nicht UV-beständig. PE Rohre werden je nach Anwendung farblich gekennzeichnet und mit Antioxidantien versehen. Schwarz eingefärbte Rohre, bei denen meist Ruß als „Farbstoff“ verwendet wird, können der direkten Sonneneinstrahlung im mitteleuropäischen Raum mindestens 15 Jahre ausgesetzt werden, ohne dass eine Beeinträchtigung der mechanischen Eigenschaften zu befürchten ist. Blaue Trinkwasserrohre oder gelbe Gasrohre, dürfen laut DVGW Arbeitsblatt GW 335-A2 maximal zwei Jahre im Freien gelagert werden. Bei nicht schwarzen Rohren empfiehlt es sich Freibewitterungsversuche oder Schnellbewitterungsversuche im Labor durchzuführen. Ohne diese Versuchsergebnisse kann keine verlässliche Aussage zur UV-Beständigkeit getroffen werden.

Was versteht man unter Rohrserie?

Die Rohrserie ist eine Bezeichnung die einen Druckbereich definiert. Übliche Rohrserien im Versorgungsbereich sind S=3,2 (SDR 7,4), S=5 (SDR 11), S=8 (SDR 17), S=12,5 (SDR26) oder S=16 (SDR33).

Was ist Sureline-Rohr?

Das Sureline-Rohr besteht zu 100% aus einem PE-100 RC Material. Es fällt unter die Rohrkategorie „Rohre mit Schutzeigenschaften“ und hat somit keinen zusätzlichen
Schutzmantel der entfernt werden muss.

Was ist der Unterschied zwischen Sureline I und Sureline II?

Die Bezeichnung Sureline I und Sureline II ist dimensionsabhängig und bezieht sich auf die Art der Farbkennzeichnung. Bei Sureline I erfolgt diese durch Streifen und bei Sureline II durch eine 2mm dicke Signalschicht. Ansonsten gibt es keinen Unterschied zwischen Sureline I und Sureline II.

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